"Die Schule für: Kung-Fu & Tai-Chi,
 
Kenjutsu & Spochan in Berlin!"

Gedanke des Monats

(von unserem Sōhei Basti.)

Januar:

Verbeuge dich tief vor der Demut und lade sie ein, nicht nur Gast in deinem Herzen zu sein, sondern dort eine Wohnung zu finden. Öffne deine Tür für die Güte und bitte auch sie herein. Sie mag Licht bringen, um den Schmutz der Dunkelheit zu vertreiben. Als höchsten Gast heiße die Achtung Willkommen. Sie soll wachen über das, was du denkst und die Taten, die du tun kannst. Sei freundlich und demütig. Begegne den Menschen mit Güte und achte das Leben!

 

Oktober:

Ich habe heute lange Zeit ein Kind beobachtet, welches versuchte, von einem Baum fallende Blätter aufzufangen. Es gelang ihm jedoch nicht, auch nur ein Einziges zu erreichen, bevor es auf dem Boden lag.  Aber es machte unbeirrt weiter. Ich wollte wissen, warum es die Blätter fangen wollte. „Nur so!“ war die Antwort. Es folgte einem inneren Impuls, den es nicht zu beschreiben vermochte. Es war einfach nur Lust. Es war ihm nicht wichtig, dass es kein Blatt bekam. Das, was das Kind motivierte, was der Impuls der Freude am Tun. Ganz einfach...

 

 

September:

Ganz gleich, was uns widerfährt, sei es gut oder übel, die Erde dreht sich weiter. Sie wartet nicht auf uns oder nimmt Rücksicht auf unser Befinden. Sie dreht sich bei Freude nicht schneller oder bei Trauer aus Respekt langsamer. Sind wir auch noch so stur oder stark oder clever, es wird uns nicht gelingen, dies aufzuhalten und die Erde für uns einen Moment still stehen zu lassen. Und doch kann ein einziger Augenblick eine Ewigkeit dauern und wir mit ihm. Dann werden wir ebenso zu einem kleinen Stückchen Ewigkeit. Sie ist uns manchmal näher als wir glauben...

 

August:

Die Wahrheit gleicht der Sonne: je tiefer sie steht, desto länger sind die Schatten, welche wir werfen. Dunkle Stellen in unserem Leben, die uns verfolgen, uns vielleicht sogar jagen. Lügen, die etwas Verbergen wollen … müssen? Warum ist die Wahrheit mitunter so schwer? Weil sie verletzt? Weil sie uns und unsere Schwächen bloßstellt? Weil Wahrheit bedeutet, dass wir nicht vollkommen sind? Wahrheit ist Reinheit, Mut und Offenheit! Wahrheit ist Ehrlichkeit! Wahrheit ist, wie wir sein sollten!

  

Juli:

Seid ihr schon einmal über eine aus dem Boden herauswachsende Wurzel gestolpert?
Eben jene Wurzel, die ihren Baum tief unter der Erde festhalten sollte, und ihn mit allem versorgt, was er zum Leben und Wachsen braucht?
Ist ein Samen einmal in die Erde gelegt, wird er als Wurzel für immer dort bleiben, unsichtbar und verborgen!? ...
Seine Wurzeln kann man niemals verleugnen. Ganz gleich, wie lange man auf dieser Erde gewachsen ist.
Sie werden uns immer wieder an der ein oder anderen Stelle begegnen.
Stolpern wir dann auch über unsere Wurzeln?

 

Juni:

Warum kämpfen wir? Was ist das Ziel eines Kampfes? Was wollen wir mit unseren Kämpfen erreichen? Wie führen wir diese Kämpfe? Jeder Kampf, ganz gleich ob im sportlichen Bereich oder mit kriegerischem Hintergrund, ist für unseren Körper und unseren Geist eine enorme Anstrengung. Vielfach versuchen wir, Anstrengungen durch „Mogeln“ zu minimieren. Ist allein der erreichte Sieg von Bedeutung oder legen wir noch Wert auf den Weg, den wir dabei beschreiten? Welcher Wert obliegt einem Kampf, der fernab von Ehre und Ehrlichkeit gewonnen wird? Wieviel Wert obliegt uns, wenn wir einen Kampf auf diese Weise gewinnen (wollen)? Ehre ist wahrhafte Größe …

 

Mai:

Läge die Welt, klein wie ein einziges Sandkorn in der Hand eines Riesen, wie bedeutsam wäre ihm dieses verlorene Sandkorn in seiner Hand? Für uns würde sich nichts ändern, sie wäre die Erde, auf der wir leben, unser zuhause, unsere Heimat. Für uns wäre dieses eine Sandkorn einfach alles! Für den Riesen das Gleiche als hielten wir ein einzelnes Sandkorn in unserer Hand. Manchmal ist es eine spannende Reise, sich klein zu machen, um unscheinbare Dinge größer zu sehen und ihnen die Bedeutung zu schenken, die sie in sich tragen!

 

April:

Ein Baum, groß, stark und fest, sicher tief verwurzelt im nährenden Boden. Er ist die Freundschaft. Seine dicken Äste, daran unzählige Zweige, an denen Jahr für Jahr Früchte wachsen. Sie sind die Gastfreundschaft. Eine gesunde Freundschaft mit sich und dem, was uns umgibt, verwurzelt im Boden des Vertrauens und der Güte, lässt den Gästen in unserem Leben und unserem Heim eine kurze, aber nachhaltige Freundschaft erblühen. Den Samen, den wir dabei ins das Herz des Gastes legen, wir im nächsten Jahr als neue Frucht an einem anderen Baum erneut erwachsen.

 

März:

Wissen ist Macht! Wissen ist Verantwortung! Wissen schafft Grenzen! Eine Ameise verfügt über die Gabe der Unwissenheit. Sie weiß nichts von den Gesetzen der Physik, von Hebelwirkungen, oder Kraft-Masse-Verhältnissen. Wüsste sie es, würde sie noch immer das Vielfache ihres eigenen Gewichtes tragen? Oder davor zurückschrecken aus Angst vor möglichen Folgen? Sie schafft, ohne dieses Wissen! Schaffen wir es, unseren Geist zu befreien, wahrlich zu leeren und damit unsere eigenen Grenzen zu überwinden? Wissen sagt uns, was wir nicht imstande sind, zutun. Ein leerer Geist sagt nichts, er ist bereit und frei, zu empfangen!

 

Februar:

Ein Weiser kann von seiner Weisheit geben, ein Lehrer von seinem Wissen, ein Wohlhabender von seinem Reichtum, ein Erfahrener von seiner Erfahrung, ein Bewohner kann Obdach schenken, ein Starker von seiner Kraft abgeben, ein Arzt kann Heilung geben. Ein jeder kann nur vom dem geben, was er hat, sei es nun gut oder böse, hilfreich oder vernichtend, heilend oder schadend, leitend oder irrend. Wenn dich jemand fragen würde, was du geben kannst, wie wäre deine Antwort darauf?

 

Januar:

Aus einem Kern wird stets der Baum wachsen, von dem er zuvor gefallen ist. Kein Birnenbaum wird jemals einen Apfel hervorbringen, kein Mandarinenbaum eine Kastanie. Die Reife der Fruchtbestimmt, wann sie vom Baum in die Erde fällt, denn nur dann kann sie neues Leben hervorbringen. Vieles in unserem Leben können wir nicht ändern oder darüber bestimmen, obschon uns dies sicherlich sehr gefallen würde. Gleichwohl sind wir nicht machtlos, denn es obliegt unserer Hand, wie wir begegnen, wie wir kämpfen, wie wir lieben. Die Frucht, die daraus erwächst …


Dezember: 

Gleichwohl man aus einem Stein keinen Pfad legen kann, genügt es nicht, nur einen Schritt im Leben zu gehen. Der Pfad des Lebens, so verschieden er für jeden Einzelnen sein mag, wird doch bei jedem Menschen auf die gleiche Weise gelegt: durch Bewegung! Jede Entscheidung ist ein Schritt, jeder Schritt eine Entwicklung, jede Entwicklung die Chance auf Veränderung, jede Veränderung bringt uns dem Ziel näher. Doch welchem Ziel folgen wir überhaupt? Und wodurch zeichnet sich dieses Ziel aus? Jeder Stein auf einem Pfad trägt den, der diesen Pfad geht. Jede Entscheidung die wir treffen, trifft auch Andere! Wie wollen wir treffen? Und wie getroffen werden?

 

November: 

Das Licht und die Wärme des Tages weicht der Dunkelheit und Kälte der Nacht. 
Sie wird für die kommenden Monate ein häufiger Begleiter sein. Wird sie gleichwohl in uns Einzug halten, in uns wohnen? 
Oder darf sie lediglich ein Gast in unserem Hause sein? 
Werden die äußeren Werte dieser Zeit zu jenen in uns? 
Oder strahlt die leise Kraft des Herzenslichtes in die Dunkelheit hinaus und weist den Verirrten und Suchenden den Weg, 
schenkt ihnen Hoffnung und sogar Orientierung in einer Zeit,
die immer undurchsichtiger und kälter wird? 
Sind wir Dunkelheit oder Licht?